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Projektlaufzeit: 10 Monate

(Sa, 01.01.2011 - Mo, 31.10.2011 )

Ort WerkStadt, Emser Straße 124, 12051 Berlin

Kunst als Brücke

Kunstaktionen haben im Körnerkiez eine lange und gute Tradition, verhelfen ihm zu mehr Aufmerksamkeit, profilieren ihn als einen wichtigen Kulturstandort in Neukölln und entstehen gemeinsam mit den Bewohnern. Aktionen wie das Fotoprojekt Gib dem Kiez Dein Gesicht (2007), die Pet Parade (2006) oder die winterlichen Illuminationen des Körnerparks (2007-2010) erfreuten sich bei den Anwohnern großer Beliebtheit, brachten Menschen zusammen und den Kiez ein gutes Stück voran. An diese Tradition soll nun angeknüpft werden, allerdings mit einem neuen, einem integrativen und interkulturellen Aspekt, der gerade in den letzten Jahren immer wichtiger geworden zu sein scheint. Im Grunde soll so auch die Kunst ihren Teil dazu beitragen, das Entstehen von Parallelwelten zu verhindern.

 

Die migrantischen Bewohner des Körnerkiezes sind bisher seltener bei kulturellen Veranstaltungen und Kunstaktionen des Körnerkiezes zu Gast oder gar eingebunden gewesen. In diesem Projekt soll deshalb der Fokus verschoben und ein Brückenschlag zwischen den Kulturen versucht werden.

 

Kunstaktionen

Wir wollen insgesamt drei Kunstaktionen auf den Weg bringen, die von türkischen oder arabischen Künstlern erdacht und durchgeführt werden. Dazu gab es einen Ideenaufruf und die Aktionen wurden dann von einer Kunstjury, bestehend aus interessierten Mitgliedern des Quartiersrates, ausgewählt. Hier sind sie:

 

1. Nora Adwan: "On the Wall"

Samstag, 24. September 2011, 11 - 17 Uhr.
!Nachbarschaftsheim Neukölln, Schierker Straße 53.!

Aus zahlreichen Aufnahmen passierender Kiezbewohner entsteht ein fotografisches Gemeinschaftsportrait des Körnerkiezes in Form eines Wandbildes am Nachbarschaftsheim. Die Passanten lassen sich in ihrer Bewegung portraitieren, in der Woche darauf werden die Bilder übereinander gelegt und zu einem finalen schwarzweiß-Bild zusammengefügt. Das so entstehende Wandgemälde ist die Darstellung der ortsansässigen Bevölkerung, es macht sie für die Öffentlichkeit sichtbar, schafft ein für alle zugängliches ästhetisches Werk und fokussiert in der Aktion den Dialog der Kulturen.

 

2. Sally Musleh Jaber: "FUGGEDABOUTIT"

Samstag, 15. Oktober 2011, 19 Uhr
!Ilsestraße 2, Ecke Emser Straße (an der WerkStadt)!

 

Wäre es nicht schön, manche unerwünschten Erinnerungen so einfach verschwinden lassen zu können, wie das Zerplatzen eines Luftballons? Dies ist eine interaktive Installation, die das symbolisch umsetzt:
Vorbeigehende Zuschauer sehen eine riesige weiße Wand mit hunderten roten Luftballons draufgeklebt.

 

Als ob man mit dem Knall die Erinnerung löschen könnte.
Die Erinnerung die weh tut, die sticht, die geistert
Vielleicht ist es eine Person die man lieber vergessen möchte, oder ein Geschehen, oder einfach ein Gedanke.
Nimm eine Nadel. Zerplatze einen Luftballon, und vergiss es.

 

3. Nezaket Ekici: "first contact"

Die renommierte Künstlerin führt im November 2011 eine Videoperformance mit einer türkischen Familie in deren Zuhause durch. Sie möchte einer türkische Familie ihre Performancekunst nicht nur näher zu bringen, sondern gemeinsam mit dieser Familie performen. Dabei ist spielt die körperliche Grenzerfahrung eine bedeutsame Rolle. Die Familie ist eingeladen, gemeinsame Ideen zu entwickeln, wobei jeder einen Lieblingsgegenstand findet, mit dem er seine erste Performance durchführt. Die Familienmitglieder werden mit ihrem Lieblingsgegenstand in Szene gesetzt, während sie eine Still-Handlung ausführen. Es entstehen Performance Living Sculptures.

 

Die Arbeit wird voraussichtlich im Dezember 2011 in der Galerie im Körnerpark präsentiert.
Den genauen Termin und weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite www.werkstadt-berlin.com.

 

Kunst woanders

Wir bringen die Kunst hin zu den Gewerben und Einrichtungen, die bisher von der Kunst im Kiez kaum etwas zu spüren bekamen. Es sollen Aktionen in den Gewerben und auf der Straße stattfinden. Das könnte also z.B. ein Konzert in einem türkischen Männercafé sein, eine Performance in einem türkischen Obstgeschäft oder eine Kunstinstallation in der arabischen Bäckerei. Zeitlich gebündelt kommt dies einem Tag der offenen Tür gleich, bei welchem an mehreren Orten Kunst und Kultur passiert und viele Berührungsängste überwunden werden können.

 

Illuminationen

Ebenfalls sehr traditionsreich sind die winterlichen lluminationen. An einem öffentlichen Ort, sei es wieder der Körnerpark oder zur Abwechslung mal der Emser oder Schierker Platz, werden Lichtkünstler unseren Kiez in Szene setzen und durch die dunklen Monate leuchten.

 

Gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms "Zukunftsinitiative Stadtteil" Teilprogramm "Soziale Stadt - Investition in Ihre Zukunft".